{"id":320,"date":"2020-08-27T10:17:24","date_gmt":"2020-08-27T08:17:24","guid":{"rendered":"https:\/\/offensive-gewerkschaftspolitik.de\/?p=320"},"modified":"2020-08-27T10:17:24","modified_gmt":"2020-08-27T08:17:24","slug":"fuer-eine-offensive-tarifpolitik-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/offensive-gewerkschaftspolitik.de\/index.php\/2020\/08\/27\/fuer-eine-offensive-tarifpolitik-2021\/","title":{"rendered":"F\u00fcr eine offensive Tarifpolitik 2021"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorsitzende unserer IG Metall hat gegen\u00fcber der Presse die \u201e4-Tagewoche als Option\u201c mit einem \u201egewissen Lohnausgleich\u201c in die Diskussion gebracht. Es sei dahingestellt, ob diese Vorgehensweise einer \u201eBeteiligungsgewerkschaft\u201c angemessen ist. Bei vielen Funktion\u00e4rinnen und Funktion\u00e4ren wurde jedenfalls die Vorfreude auf eine in die Gesellschaftspolitik eingebettete Tarifauseinandersetzung geweckt. Das erinnert an den Kampf um die 35-Stundenwoche. Anders als dort, zielt der Vorschlag aber nicht auf eine tariflich geregelte, kollektive Verk\u00fcrzung der Wochenarbeitszeit. Er scheint darauf zu zielen, betrieblich und im Einvernehmen mit den Arbeitgebern \u2013 wenn Kurzarbeit nicht mehr m\u00f6glich ist \u2013 im Wege einer Betriebsvereinbarung die Arbeitszeit weiter zu verk\u00fcrzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann w\u00e4re der Vorschlag keinesfalls mit einer Tarifauseinandersetzung verbunden, die sich, wie es aber erforderlich ist, an gesellschaftliche Grund- und Zukunftsfragen heranwagt. Zus\u00e4tzlich w\u00e4re die Chance vertan, auch damit die Mitglieder-Bindekraft unserer IG Metall zu st\u00e4rken. Dies ist aber noch nicht ausgemacht. Die entscheidenden Fragen lauten: Wird die M\u00f6glichkeit der Arbeitszeitverk\u00fcrzung erzwingbar gemacht? Wie wird der Lohnausgleich der H\u00f6he nach ausgestaltet? Wird die Tarifauseinandersetzung in ein Transformationskonzept eingebunden und damit gesellschaftspolitisch aufgeladen? Nicht zuletzt: Wie hoch f\u00e4llt die Lohnerh\u00f6hung aus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tarifrunde 2021 wird uns vor gro\u00dfe Aufgaben stellen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Aufgaben zur Gestaltung der \u201egro\u00dfen Transformation\u201c sind weiterhin ungel\u00f6st. Im Verhandlungsergebnis der M&amp;E-Tarifrunde 2020 wurde vereinbart, diese \u201eFragen, insbesondere zur Bew\u00e4ltigung der Digitalisierung \/ Energiewende \/ Mobilit\u00e4tswende\u201c in die Themen der n\u00e4chsten Tarifrunde aufzunehmen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Es ist zu erwarten, dass im Fr\u00fchjahr 2021 die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe unserer Branchen noch schwierig sein wird. Kurzarbeit, drohende Entlassungen, Betriebsschlie\u00dfungen, Verlagerungen, Insolvenzen, hohe Arbeitslosigkeit werden Themen sein, die uns besch\u00e4ftigen. Es braucht eine breite gesellschaftliche Unterst\u00fctzung des Tarifkampfes. Diese k\u00f6nnen wir erreichen wenn wir mutig an gesellschaftliche Grundfragen herangehen, die die Menschen bewegen. Die Forderung nach Arbeitszeitverk\u00fcrzung auf vier Tage in der Woche zur Arbeitsplatzsicherung und zum Abbau von Belastungen ist ein solcher guter Schritt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir fordern vom Staat:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Staatliche St\u00fctzung f\u00fcr Betriebe nur bei dauerhafter Einflussnahme der Gesellschaft und der Besch\u00e4ftigten auf die Firmenpolitik. Ausweitung von Investitionen im \u00f6ffentlichen Sektor. Qualifizierungsangebote f\u00fcr Besch\u00e4ftigte, deren Arbeitsplatz gef\u00e4hrdet ist.<\/li><li>Senkung der gesetzlichen w\u00f6chentlichen H\u00f6chstarbeitszeit auf max. 40 Stunden.<\/li><li>Ausweitung der Kurzarbeit auf mindestens 24 Monate und KuG i.H.v. 80\/87 Prozent ab dem ersten Monat der Kurzarbeit.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>In der Tarifrunde wollen wir erreichen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die M\u00f6glichkeit zur betrieblichen Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit auf 4 Tage in der Woche mit Lohnausgleich zur Sicherung der Besch\u00e4ftigung. Diese Arbeitszeitverk\u00fcrzung soll im Streitfall auch gegen die Kapital-Seite durchsetzbar sein. Der Zeitraum soll dabei gegen\u00fcber bisherigen Regelungen verl\u00e4ngert werden, der Ausspruch betriebsbedingter K\u00fcndigungen soll gegen\u00fcber den von der Verk\u00fcrzung Betroffenen ausgeschlossen sein.<\/li><li>Stufenplan f\u00fcr die ostdeutschen Tarifgebiete zur 35-Stunden-Woche<\/li><li>Die Personalbemessung soll der Mitbestimmung des Betriebsrats unterliegen.<\/li><li>M\u00f6glichkeit, per Tarifvertrag Investitionen in Zukunftsprojekte im Rahmen der erforderlichen Transformation zu vereinbaren. Auch dies soll im Konfliktfall gegen den Widerstand eines uneinsichtigen Unternehmers durchgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/li><li>Eine tarifliche Zuzahlung zum Kurzarbeitergeld, wie in Baden-W\u00fcrttemberg.<\/li><li>Eine sp\u00fcrbare Erh\u00f6hung der Tarifentgelte.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorbereitungskreis Offensive Gewerkschaftspolitik, August 2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vorsitzende unserer IG Metall hat gegen\u00fcber der Presse die \u201e4-Tagewoche als Option\u201c mit einem \u201egewissen Lohnausgleich\u201c in die Diskussion gebracht. Es sei dahingestellt, ob diese Vorgehensweise einer \u201eBeteiligungsgewerkschaft\u201c angemessen ist. Bei vielen Funktion\u00e4rinnen und Funktion\u00e4ren wurde jedenfalls die Vorfreude auf eine in die Gesellschaftspolitik eingebettete Tarifauseinandersetzung geweckt. 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